17. November 2007
Fast zwei Jahrzehnte galt sie als Lichtgestalt im deutschen Schwimmsport: Franziska van Almsick. Ihre bereits im Kindesalter erzielten Erfolge – so gewann sie als 11-jährige bei den Kinder- und Jugendspartakiaden in der früheren DDR schon neun Goldmedaillen – setzte sie im Jugend- und Erwachsenenalter fort. 18 Siege bei Europameisterschaften und zwei Weltmeistertitel schlugen hier zu Buche. Ihren großen Traum, bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille zu gewinnen, konnte sie jedoch nicht verwirklichen. Obwohl sie zwischen 1992 und 2004 an insgesamt vier Spielen teilnahm und vielfach in ihrer Paradedisziplin 200 m Freistil als hohe Favoritin an den Start ging, reichte es letztlich „nur“ zu zweiten und dritten Plätzen.
Es war aber nicht nur dieser wechselvolle Verlauf der sportlichen Karriere, welche die Öffentlichkeit und die Medien immer wieder faszinierten, sondern es war vor allem auch der Mensch Franziska van Almsick. Mit natürlichem Charme und meist mit einem flotten Spruch auf den Lippen verkörperte sie die „kesse Göre“ ebenso wie die scheue, nachdenkliche „Zweiflerin“, wechselte vom gefeierten „Glamourgirl“ dann wiederum zur schnippischen „Zicke“. Diese Eigenschaften in Kombination mit ihrem guten Aussehen machten sie zur gefragten und gut verdienenden Werbeträgerin.
Die Olympischen Spiele in Athen 2004 sollten endlich ihren Traum vom Olympiagold bringen. Selbstbewusst und von den Medien auf das „Unternehmen Gold“ festgelegt, erlebte sie im 200 m Freistil-Finale mit dem 5. Platz jedoch eine herbe Enttäuschung. Sie erklärte ihren Rücktritt vom Schwimmsport und gab an, jetzt nur noch „an Land“ weiter zu leben. Da sie, mittlerweile verheiratet und Mutter eines Sohnes, hierfür ihren Wettkampfdress nicht mehr unbedingt benötigt, entschloss sich Franziska van Almsick, dieses Exemplar dem Deutschen Sport & Olympia Museum zu schenken. |