19. Juni 2007
Nach fast einem Jahr Pause fand am 18. Juni 2007 wieder eine Torwort-Lesung im Deutschen Sport & Olympia Museum statt. Unverhofft saß Sportschau-Legende Ernst Huberty im Publikum. Herzlich begrüßt von TORWORT-Vater Sascha Theisen und dem warmen Applaus des Publikums freute sich der Grandseigneur der Fußball-Berichterstattung auf den bevorstehenden Abend. Besser konnte TORWORT nicht starten. Im Mittelpunkt stand dieses Mal das Thema „Fußball und Erotik“, denn die Lesung war Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung „Sport macht sexy“.
TORWORT begann mit Michel Birbaek, der das Publikum in unnachahmlicher Art in die Spur brachte. Sein Text zu Homosexualität im Fußball und die frigide Einstellung der FIFA dazu war beste Unterhaltung für die rund neunzig Gäste. Im Anschluss daran räumte Daniela Schulz endgültig mit einigen Vorurteilen auf. Ihr Text über die wahren Gründe einer Frau Fußball zu schauen und einzelne Spieler zu bewundern war eine längst fällige Klarstellung – ebenso deutlich wie kurzweilig. Die erste Halbzeit endete schließlich mit Footage-Chef Arne Jens. Wie immer, wenn Arne bei TORWORT liest, durchzog ein Hauch von Anmut und ein Duft von frischem grünen Gras das Deutsche Sport & Olympia Museum in Köln. In seinem ersten Beitrag erzählte er von der erotischen Ausstrahlung des 1.FC Köln. Im zweiten Text stellte er die Verbindung von Liebe zu den charakteristischen Formungen von Fußballer-Beinen her.
Nach der Pause begann der Aachener Poetry Slamer Gerhard Horriar. In seiner Hommage an Rhenania Eschweiler, der er als junger Mann die Treue hielt, fand er ausreichend Platz für erotischen Jungen-Phantasien, die mit einer jungen Dame in einem Atem beraubenden Top zu tun hatten. Als zweiter Autor bewies Fritz Eckenga, warum er zu recht als einer der ganz großen Fußball-Poeten gilt. In seinen kurzen Prosa-Texten wurde von Stefan Effenberg, der weiblichen Periode bis hin zu Lothar Emmerichs Tor 1966 gegen Spanien aber auch kein Thema vergessen. Den Schlusspunkt der Lesung setzte Moderator Sascha Theisen selbst und präsentierte eine Kriminalgeschichte über das mordende Maskottchen eines Fußball-vereins im Westen der Republik. Der Text „Käfermann, Käfermann“ konnte zum Schluss der Lesung das gesamte Publikum in seinen ganz eigenen Bann ziehen.
Beendet wurde der Abend mit zahlreichen Fachgesprächen auf der Terrasse des Deutschen Sport & Olympia Museums. |