zur Dauerausstellung
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Alles auf einen Blick - ein Wegweiser durch das Museum
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  Über die Werte der olympischen Idee diskutierten: Prof. Dr. Norbert Müller, Geoffrey de Navacelle de Coubertin, Andreas Morbach, Yvan de Navacelle de Coubertin , Dr. Karl Lennartz und Dr. Arnd Schmidt    
 

 

20. Dezember 2007

Die Künste und der moderne Sport

Im Medaillenspiegel der olympischen Kunstwettbewerbe liegt Deutschland mit sieben Gold-, sieben Silber- und acht Bronzemedaillen an erster Stelle. Daran wird sich nichts mehr ändern. Nach den Spielen 1948 war und ist die Kunst nur noch ein - allerdings meist aufwändig gestalteter - Teil des Rahmenprogramms. Medaillen gibt es keine mehr - diese Idee des Pierre de Coubertin, weithin als Erfinder der Olympischen Spiele der Neuzeit bekannt und selbst Goldmedaillengewinner in Literatur (unter einem deutschen Pseudonym) hat sich nicht halten können. Gleichwohl, sagt Sporthistoriker und Coubertin-Experte Norbert Müller, hätten 68 Prozent der Besucher der Spiele in Athen 2004 der Aussage zugestimmt: "Die olympische Idee stellt sich als Sport und Kunst dar."

Es war ein großer Bogen von den schönen Künsten und humanistischen Idealen des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zu den hässlichen Auswüchsen des modernen Hochleistungssports, der im Deutschen Sport & Olympia Museum zur Eröffnung der Ausstellung "Pierre de Coubertin und die Künste" geschlagen wurde. Geoffrey de Navacelle de Coubertin von Leben und Werk seines Großonkels und schilderte Pierre de Coubertin, den er noch persönlich erlebt hat, als einen in Pädagogik und Philosophie sehr modernen, "fast revolutionär" denkenden Menschen. Der in einem Punkt Kind seiner Zeit blieb: "Er hat sich nie damit abgefunden, dass Frauen an den Spielen teilgenommen haben", sagte der Sporthistoriker Karl Lennartz.

Was ist geblieben von den Werten, die der Franzose aus einer kunstsinnigen und begüterten Bürgerfamilie in der olympischen Idee verwirklicht sehen wollte? Diese Frage beurteilte die vom Olympia-Experten Andreas Morbach moderierte Runde skeptisch. Für Zündstoff sorgte der Degen-Olympiasieger von 1988, Arnd Schmitt. Der 42-Jährige fordert in der Frage der Dopingbekämpfung Haftstrafen für beteiligte Mediziner: "Kein Sportler kann sich allein dopen. Warum gibt es nicht drakonische Strafen für die Leute, die so etwas unterstützen? Wenn man weiß, man muss für fünf Jahre ins Gefängnis, wenn man Sportler dopt, wird man es sich sehr gut überlegen, so etwas zu tun."

 
 

 

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