22. Oktober 2007
Musste der Schriftsteller Erich Kästner ein fliegendes Klassenzimmer und der Komponist Richard Wagner immerhin noch einen fliegenden Holländer aufbieten, um die Massen in Begeisterung zu versetzen, bewerkstelligt dies heute ein junger, fliegender deutscher Turner ganz alleine. Die Rede ist von Fabian Hambüchen, gebürtig in Bergisch Gladbach und jetzt in Wetzlar wohnend, der sich mit einer atemberaubenden „Flugschau“ vor einem verzückten Publikum bei den Turn-Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart zum neuen Weltmeister am Reck aufgeschwungen hat. Vor ihm war dies lediglich den deutschen Turnern Ernst Winter im Jahre 1934, Eberhard Gienger 1974, Ralf Büchner 1991 und Andreas Wecker 1995 gelungen. Mit diesem Triumph krönte er seine bereits tags zuvor erzielten Erfolge als Vize-Weltmeister im Mehrkampf und Gewinner der Bronzemedaille im Mannschafts-wettbewerb, womit er dem deutschen Turnteam die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Peking 2008 maßgeblich sicherte.
Von seinem Vater Wolfgang Hambüchen trainiert, hatte Fabian bereits bei den Jugend-europameisterschaften 2002 sein großes Talent bewiesen, indem er den Titel am Barren gewann. Bei den Olympischen Spielen von Athen 2004 qualifizierte er sich für das Mehrkampffinale und belegte in seiner Spezialdisziplin, dem Reckturnen, einen hervorragenden 7. Platz. An diesem Gerät erturnte er sich ein Jahr später erstmals den Europameistertitel. Diesen Erfolg wiederholte er 2007 bei den Europameisterschaften in Amsterdam.
Mit der Schenkung seines von ihm signierten Wettkampftrikots von den Amsterdamer Europameisterschaften hat Fabian Hambüchen als Vertreter einer jungen, leistungsstarken Turnergeneration und als Sympathieträger einer in der deutschen Öffentlichkeit lange vermissten Begeisterung für das Wettkampfturnen jetzt auch seinen verdienten Platz im Deutschen Sport & Olympia Museum gefunden. |