31. Oktober 2007
„Mit Gerhart Baum kann man schärfste Auseinandersetzungen führen, ohne die Würde des jeweils anderen dabei zu verletzen“, sagte der ehemalige Bundesaußenminister, Hans-Dietrich Genscher (FDP), am 28. Oktober 2007 in der Laudatio zum 75. Geburtstag seines Freundes und Wegbegleiters Gerhart Baum im Deutschen Sport & Olympia Museum. Hierher hatte Baum eingeladen, um auf mehr als vier Jahrzehnte politisches Schaffen zurückzublicken.
Anhand einer von Filmemacherin Bettina Ehrhardt zusammengeschnittenen Collage unternahmen die Gäste zunächst einen Streifzug durch Baums Leben. Dieses wurde vor allem durch seine Zeit als Bundesinnenminister in der sozial-liberalen Koalition zwischen 1978 und 1982 sowie die Konfrontation mit dem Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF) geprägt. Besonders scharf angegriffen wurde der FDP-Politiker, als er während seiner Amtszeit das Gespräch mit dem RAF-Gründungsmitglied Horst Mahler suchte.
Seine größte Auseinandersetzung erlebte Baum aber 1982, als er sich für eine Fortführung der sozial-liberalen Koalition einsetzte und sich gegen den damaligen Parteichef Genscher stellte. „Dieser Konflikt hat uns aber nicht getrennt, sondern uns auf eine ganz neue Weise verbunden“, so der ehemalige Außenminister in seiner Festrede.
Beim anschließenden Empfang im Foyer des Museums begrüßte Baum unter anderem FDP-Chef Guido Westerwelle, EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD), Ex-NRW-Innenminister Burkhard Hirsch, Ex-Außenminister Klaus Kinkel, Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (alle FDP), Alt-OB Norbert Burger und die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün. |