01. Juni 2006
Das Finale der „Global-Players“-Reihe im Sportmuseum mit den Themen England und Afrika.
Er ist eine der größten Legenden des deutschen Fußballs. Und eine der einer breiten Öffentlichkeit am wenigsten bekannten. Bernd Trautmann, Jahrgang 1923, Torhüter. Die Älteren kennen die Geschichte des Mannes aus Bremen, der in englische Kriegsgefangenschaft geriet und im Mutterland des Fußballs zur Legende wurde. Zwischen 1949 und 1964 spielte Bernd Carl, genannt Bert, Trautmann für Manchester City. Der anfangs verhasste Deutsche wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Spieler in England. Um den Deutschen ranken sich zahlreiche Episoden und Mythen. Er hielt vier Elfmeter in einem Spiel, gewann 1956 mit buchstäblich gebrochenem Hals den englischen Pokal und wurde als erster Ausländer Englands Fußballer des Jahres. 1954 war Trautmann der beste deutsche Torhüter, aber das WM-Finale erlebte er zu Hause am Radio in Bremen, weil sich der Verband kategorisch weigerte, im Ausland tätige Spieler für die Nationalmannschaft zu nominieren. Am Freitagabend ist der mittlerweile 82-Jährige im Deutschen Sport & olympia Museum und erzählt,bei der Veranstaltung "Bert Trautmann und der Traumhüter" aus seinem Leben und über die deutsch-englischen Fußballbeziehungen.
Mit dabei sind zudem, der Kölner Lars Leese, der wie Trautmann einer von nur vier deutschen Torhütern ist, die jemals in Englands Top-Liga gespielt haben. Die Geschichte des Halbprofis Leese, der beim Aufsteiger FC Barnsley zur Kultfigur wurde, ist im Buch „Der Traumhüter“ bekannt geworden. Eine historische Einschätzung der Rolle des Fußballs in der schwierigen Nachkriegsbeziehung zwischen England und Deutschland gibt Kevin Moore, der Leiter des National Football Museum aus Preston.
Am Sonntag endet die Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „Global Players - Deutscher Fußball in aller Welt“ mit einem Ländertag zum afrikanischen Fußball. Zu Gast in der Talkrunde um 12.30 Uhr sind Burkhard Pape, ehemaliger Nationaltrainer unter anderem von Sierra Leone, Uganda und Ägypten, und Harald Ganns (Bonn), der als Diplomat und Fußballtrainer in Togo, Niger und Namibia tätig war. Der Afrikatag beginnt bereits um 11 Uhr mit einem Konzert des ghanaischen Künstlerensembles „Adesa“. |